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Mittwoch, 07 Februar 2018 14:54

Alumni vorgestellt: Matthias, und was machst du so?

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Für drei katholische Kirchengemeinden in Sachsen ist unser Alumnus Matthias inzwischen zuständig. Nicht als Priester, sondern als Gemeindereferent mit umfangreichem Aufgabengebiet. Ein Beruf übrigens, den er bereits vor seinem Theologie-Studium an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt spannend fand. Wir haben ihn gefragt, warum er sich für Erfurt entschieden hat und wie sein Studium ihn auf seine anspruchsvolle und vielseitige Aufgabe vorbereitet hat. 

Wie bist du damals auf Erfurt und die Universität aufmerksam geworden?

Die Uni Erfurt hat die einzige Katholisch-Theologische Fakultät in den neuen Bundesländern. Deshalb lag die Wahl des Studienorts nahe. Darüber hinaus hat die „Erfurter Theologie“ eine fundamentale Bedeutung für die Kirche im Osten Deutschlands, da hier fast alle Priester und auch viele Gemeindereferenten und weitere kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre theologische Ausbildung erhalten haben. 

Was hat dich speziell zum Theologie-Studium bewegt?

Die tiefe Dimension des Glaubens hat mich zum Ende meiner Schulzeit immer mehr fasziniert. Besonders Benedikt XVI., der zu dieser Zeit Papst wurde, hat mich mit seinem großen Thema „Glaube und Vernunft“ begeistert. In vielen Gesprächen mit meinem damaligen Heimatpfarrer ist mir die Bedeutung von verantwortlich reflektiertem Glauben für die Gemeindearbeit deutlich geworden – deshalb war kurz vor dem Abitur klar: Theologie, das könnte dein Ding sein :).

Was hat das Theologie-Studium mit deinem Glauben gemacht?

Zunächst hat das Studium meinen Glauben auch auf die Probe gestellt. Aber im Laufe der Zeit sind mir zwei Grundhaltungen zentral wichtig geworden: Erstens von und mit Gott zu reden, ist unverzichtbar, darf aber nie zur Selbstverständlichkeit werden – weil es sonst zur Banalität zu werden droht. Zweitens, dass Theologie immer im „Sitzen“ und im „Knien“ betrieben werden muss. Bei aller akademischen Professionalität braucht es den lebendigen Vollzug des Glaubens. Beides klappte an der Fakultät eigentlich immer gut. :)

Würdest du dich wieder für die Uni Erfurt entscheiden? Und wenn ja, warum?

Ganz klar: Ja! Einmal aufgrund der familiären Atmosphäre an der Uni und insbesondere an der Fakultät. Der Professor kennt einen im ersten Semester bereits mit Namen – wo gibt’s das noch? Natürlich hat das auch Nachteile, aber die sind winzig im Vergleich zum Vorteil des direkten Kontakts zwischen Studierenden und Lehrenden. Außerdem wird in Erfurt – geschuldet dem Umgang mit dem christlichen Glauben in der DDR – in einer eher ökumenisch oder gar atheistisch geprägten Umgebung Theologie getrieben, die nicht weiter vom christlichen Glauben entfernt sein könnte. Eine bessere Vorbereitung auf den kirchlichen Dienst gibt es nicht…

Wie hat dich die Universität auf das Berufsleben vorbereitet und welche Studieninhalte kannst du jetzt im Beruf anwenden? Welche zentralen Kompetenzen hat dir ganz speziell das Theologie-Studium dabei vermittelt?  

Auch wenn die praktischen Aspekte (Katechese, Unterricht, Homilie usw.) im Studium für mich eher ein wenig zu kurz kamen, hat mich das Studium sehr gut auf meinen jetzigen Beruf vorbereitet. Besonders im Bereich der Liturgiewissenschaft spüre ich den Bezug zu meinem Studium immer wieder. So arbeite ich derzeit in der diözesanen Liturgie- und Kunstkommission mit und kann hier meine Kenntnisse gut einbringen. Aber auch Kirchengeschichte und die biblischen Fächer (insbesondere Neues Testament) waren wichtig, genauso wie Philosophie. Wichtige Kompetenzen sind noch heute die Interdisziplinarität der Theologie und die Fähigkeit, mit breit gefächerten Quellen und Methoden zu arbeiten.

Hast du einen besonderen Tipp zum Berufseinstieg für unsere zukünftigen Absolventen?

Sucht frühzeitig den Kontakt zu den Bistümern und Ausbildungsleitern! Macht in den Ferien Praktika wie bei den Religiöse Kinderwochen, Tage der Orientierung usw. Wir brauchen junge Seelsorgerinnen und Seelsorger mit kreativen Ideen und Mut, die Kirche mitgestalten zu wollen. Und macht nicht den einen großen Fehler wie ich, sondern studiert ein oder zwei Semester im Ausland! Sammelt Erfahrungen, das weitet den Blick unheimlich (ich hatte das Glück, dieses Versäumnis noch ausgleichen zu können ;-)).

Weitere Informationen:

(Foto: Bistum Dresden-Meißen)