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Mittwoch, 19 Dezember 2018 11:31

"Ich bin dann mal weg..." – Mirjam in Jerusalem

Ein Auslandsaufenthalt ist eine feine Sache. Man kann eine fremde Sprache vertiefen, bekommt Einblicke in eine andere Kultur, knüpft neue Kontakte, erweitert seinen Horizont und nebenbei macht es sich im Lebenslauf auch immer gut. Mehr als 100 Studierende der Uni Erfurt wagen diesen Schritt alljährlich. Wir haben Mirjam einige Fragen zu ihrem Auslandsaufenthalt in Jerusalem (Israel) gestellt.

Wo bist du und für welchen Zeitraum wirst du in Israel sein?
Ich bin seit Oktober in Jerusalem in Israel und bleibe noch bis Februar 2019 hier.

Warum hast du dich für dein Gastland entschieden?
Ich habe mich vor allem wegen meines Studiums und den Kursen, die die Hebrew University zum Israel-Palästina-Konflikt, zur Nahostgeschichte und zur Konfliktlösung im Allgemeinen anbietet, entschieden nach Jerusalem zu gehen. Aber auch, weil ich nach der Schule bereits in Israel war und angefangen habe, die Sprache zu lernen.

Ist es einfach, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen?
Wer auf dem Uni-Campus wohnt, muss sich wirklich bemühen, mit Israelis in Kontakt zu kommen. Dort und an der Rothberg International School sind die Internationals größtenteils unter sich. Man kann aber auch zusätzlich zum Angebot der Rothberg Kurse über die regulären Fakultäten der Uni belegen und natürlich statt auf dem Campus in der Stadt in eine WG ziehen – so ist es dann schon einfacher, mit Locals Kontakte zu knüpfen. Auch wenn der Weg zur Uni morgens dann etwas länger ist und die Wohnungssuche einiges an Zeit und Energie kostet, hat sich das für mich auf jeden Fall gelohnt und ich würde das jedem empfehlen.

Welche Erwartungen hast du an deine Zeit im Ausland und werden sie bisher erfüllt?
Hinsichtlich meiner Kurse hatte ich die Hoffnung, mein Wissen zum Israel-Palästina-Konflikt zu vertiefen und mit dem Hebräischkurs meine Sprachkenntnisse zu erweitern. In dieser Hinsicht haben sich meine Erwartungen mindestens erfüllt. Meine beiden Kurse zu Israel-Palästina (Palestinian History und Hostility & Dialogue) haben mir ein viel tieferes Verständnis für den Konflikt gegeben, insbesondere da die Lehrenden persönlich involviert sind – der Palestinian-Kurs wird von einem Palästinenser unterrichtet und der Dozent des Hostility & Dialogue-Kurses arbeitet nebenbei als Moderator bei Konfliktlösungsworkshops für Palästinensische und Jüdische Israelis.

Was war bisher die größte Herausforderung?
Das war auf jeden Fall die Wohnungssuche in Jerusalem.

Bitte vervollständige: Das Beste an meinem Gastland sind….

  • die israelische Mentalität (offen, humorvoll und direkt),
  • die Vielfalt der Kulturen, Religionen und Nationalitäten und
  • das Essen.

Was aus Deutschland vermisst du bisher am meisten?
Ich vermisse vor allem die fahrradfreundlichen Städte, Zentralheizungen und die erschwinglichen Preise.

Und was wirst du von dort vermissen, wenn du wieder zurück bist?
Ich denke, ich werde das israelische Essen und die Mentalität, aber auch die Nähe zur Wüste und zum Meer vermissen.

Was war bisher deine beste Erfahrung oder dein schönstes Erlebnis?
Ein Sonnenaufgang in der Negev-Wüste.

Wie erlebst du die Adventszeit in deinem Land? Gibt es auch Weihnachtsmärkte?
In Jerusalem und Umgebung (v.a. Bethlehem) gibt es Weihnachtsmärkte, Weihnachtskonzerte, Gottesdienste etc., allerdings sind die meistens sehr US-amerikanisch geprägt.

Gibt es etwas im Studium oder täglichen Leben, das sich grundlegend von deinem Alltag in Erfurt unterscheidet? Falls ja, was und hat es dich überrascht?
Das Studium an der Rothberg School ähnelt eher einem College-Aufenthalt, es gibt also viel mehr Betreuung und dem Schulunterricht ähnliche Kurse. Das alltägliche Leben unterscheidet sich nicht sehr vom Alltag in anderen westlichen Ländern.

Was würdest du anderen empfehlen, die sich für einen Auslandsaufenthalt entscheiden?
Versucht auf jeden Fall in der Stadt und nicht auf dem Campus zu wohnen. Wenn ihr euch für Jerusalem entscheidet, aknn ich die Facebook-Gruppe "Secret Jerusalem" empfehlen. Und: Wenn es platztechnisch möglich ist, nehmt ein paar Drogerieartikel auf Vorrat mit, die sind hier um einiges teurer, vor allem Kosmetika.

Abbildungen: Mirjam (oben), Campus der Hebrew University (unten)

Weitere Informationen: