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Montag, 17 Dezember 2018 10:19

„Ich bin dann mal weg…“ – Sophie, Linus und Vadim in Neu-Delhi

Sophie (LLTP), Linus (Internationale Beziehungen) und Vadim (Anglistik) sind im 5. Fachsemester und aktuell zum Studieren in Indien. Sophie (LLTP), Linus (Internationale Beziehungen) und Vadim (Anglistik) sind im 5. Fachsemester und aktuell zum Studieren in Indien.

Ein Auslandsaufenthalt ist eine feine Sache. Man kann eine fremde Sprache vertiefen, bekommt Einblicke in eine andere Kultur, knüpft neue Kontakte, erweitert seinen Horizont und nebenbei macht es sich im Lebenslauf auch immer gut. Mehr als 100 Studierende der Uni Erfurt wagen diesen Schritt alljährlich. Wir haben Sophie, Linus und Vadim ein paar Fragen zu ihren Auslandsaufenthalt in Neu-Delhi (Indien) gestellt.

Wo seid ihr und für welchen Zeitraum werdet ihr dort sein?
Wir drei sind in Neu-Delhi an der Universität "Jamia Millia Islamia". Linus bleibt für ein halbes Jahr, Vadim und ich bleiben für ein ganzes Jahr. Indien bietet so viele neue Eindrücke, dass man gar nicht lange genug bleiben kann.

Warum habt ihr euch für Indien als Gastland entschieden?
Wir alle hatten schon viel über Indien gelesen und gehört und waren deswegen glücklich, dieses uns noch unbekannte Land im Rahmen eines Auslandssemesters kennenlernen zu dürfen.

Ist es einfach, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen?
Die Studenten an der Universität geben sich große Mühe, mit uns Austauschstudenten in Kontakt zu treten. Einige würden selbst gerne nach Deutschland und sprechen sogar ein paar Sätze Deutsch. Die Hilfsbereitschaft – auch von anderen internationalen Studenten z.B. aus Afghanistan und Palästina – ist sehr groß. Etwas schwieriger ist die Kontaktaufnahme außerhalb der Universität, weil man mit Englisch allein häufig nicht weit kommt. Mit der Zeit wird die Kontaktaufnahme aber auch hier deutlich besser.

Welche Erwartungen habt ihr an eure Zeit im Ausland und werden sie bisher erfüllt?
Bevor wir nach Indien gekommen sind, haben wir vom guten Ruf der Universität gehört. Wir waren überrascht, dass die Stundenpläne vorgeschrieben sind und pro Kurs in Klassen von 30 bis 60 Studenten stattfinden. Wir hatten uns den Universitätsalltag stressiger vorgestellt. Glücklicherweise durften wir uns unsere Kurse aus verschiedenen Semestern zusammenstellen, sodass wir am Ende alle zufrieden waren.

Was war bisher die größte Herausforderung?
Die Bürokratie an der Universität war auf jeden Fall nicht ohne. Die komplette erste Woche nach unserer Ankunft wurden wir von Büro zu Büro geschickt, um unsere Anmeldung abzuschließen. Auch danach waren wir regelmäßig Gast im Internationalen Büro. Dabei gilt es auf jeden Fall die Ruhe zu bewahren und geduldig, aber hartnäckig zu bleiben. 

Bitte vervollständigt: Das Beste an unserem Gastland ist….
…der Mix aus den verschiedenen Kulturen und die vielen Feiertage des islamischen Kalenders an der Universität. So kann man ab und an mal Pause machen, kleine Reisen planen oder den Feiertag gemeinsam mit Freunden feiern. Allein das Verfolgen der Straßenumzüge an solchen Tagen wird nie langweilig und macht richtig Freude.

Was aus Deutschland vermisst ihr bisher am meisten?
Saubere Luft. Gerade im Winter verschlechtert sich die Situation deutlich, sodass es empfehlenswert ist, auf dem Weg zur Universität eine Maske zu tragen.

Und was werdest ihr von dort vermissen, wenn ihr wieder zurück seid?
Wir werden die netten Leute, die wir kennengelernt haben und die täglichen kleinen Abenteuer vermissen.

Was war bisher eure beste Erfahrung oder das schönste Erlebnis?
Am schönsten ist wahrscheinlich der Prozess des Ankommens. Am Anfang wirkt Neu-Delhi chaotisch und überwältigend, aber mit der Zeit fällt es einem immer leichter, sich frei zu bewegen und die Vielfalt der Stadt zu genießen. Als einzelner Moment bleibt ein Abend in Shimla in den Ausläufern des Himalayas in Erinnerung, als alle Menschen ihre Häuser mit bunten Lichterketten schmückten und anlässlich des Festes "Diwali" Raketen in den Himmel jagten.

Wie erlebt ihr die Adventszeit? Gibt es auch Weihnachtsmärkte?
In den großen, sehr westlichen Einkaufszentren sieht man weihnachtliche Dekoration und hört ab und zu mal ein Weihnachtslied. Weihnachtsmärkte wie in Deutschland gibt es aber nicht, und das ganze Adventsgefühl fehlt auch.

Gibt es etwas im Studium oder täglichen Leben, das sich grundlegend vom Alltag in Erfurt unterscheidet? Falls ja, was hat euch überrascht?
Das Studium und das tägliche Leben unterscheiden sich grundlegend vom Alltag in Erfurt, was uns aber nicht überrascht hat. Beispielsweise sitzt bei Sophie während der Vorlesung öfter mal ein süßer, großer, streunender Hund im Raum. Der wird dann entweder mit großem Kraftaufwand hinausgeschoben oder in den meisten Fällen einfach ignoriert.

Was würdet ihr anderen empfehlen, die sich für einen Auslandsaufenthalt in Indien entscheiden?
Den schwierigen Situationen mit Geduld und Humor zu begegnen und wenn möglich einige Wörter Hindi zu lernen.

Foto 1: Vadim, Sophie und Linus in einem Naturreservat mitten in Delhi.
Foto 2: Ein Einblick in die Lodhi Gardens, einen der schönsten Parks in Neu-Delhi.

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