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Mittwoch, 27 Juni 2018 07:15

Alumni vorgestellt: Laura, und was machst du so?

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Unsere Alumna Laura lebt in Burkina Faso, in Westafrika, wo sie für ein deutsches Unternehmen als Friedensfachkraft arbeitet. Im Rahmen ihres Projektes berät sie Partnerorganisationen vor Ort zu konfliktsensiblen Themen und Fragestellungen. Gemeinsam werden beispielsweise Dialogforen organisiert, lokale Abkommen aufgesetzt oder Gesetztexte in Lokalsprachen übersetzt. Bis 2014 studierte Laura Germanistik und Philosophie an der Uni Erfurt. Der Master in Friedens- und Konfliktforschung in Magdeburg gab dann die Richtung für die anschließende Berufswahl vor. Warum Laura trotzdem auch vom Studium der beiden klassischen Geisteswissenschaften profitiert und weshalb die vier Jahre in Erfurt immer mit zu den „besten Zeiten ihres Lebens“ gehören werden, hat sie uns im Interview verraten.

Wie bist du damals auf Erfurt und die Universität aufmerksam geworden?
Nach dem Abi habe ich ein Praktikum beim Fernsehsender Kinderkanal (KiKA) absolviert und mich sofort in Erfurt verliebt! Für mich war klar, dass ich hierbleiben muss. Spontan schrieb ich mich dann für Germanistik und Philosophie an der Uni Erfurt ein, obwohl ich das eigentlich in meiner Heimat NRW studieren wollte.

Würdest du dich wieder für die Uni Erfurt entscheiden? Und wenn ja, warum?
Sofort! So eine angenehme Atmosphäre auf dem Campus und in den Vorlesungen. Da ist so viel los, man kann unglaublich viel bewegen, sich engagieren, kreativ sein. Neben meinen beiden Studienfächern habe ich zum Beispiel das Zusatzangebot von Sprachkursen, Debattierclubs oder den Ringvorlesungen sehr genossen. In Germanistik und Philosophie wurden zudem auch öfter Seminare auf Englisch angeboten, was eine tolle Übung war. Dozentinnen und Dozenten sind außerdem ganz individuell auf uns Studierende eingegangen. So haben mich beispielsweise mehrere Dozentinnen und Dozenten auf externe journalistische Stipendien aufmerksam gemacht, weil ich damals noch in diese Richtung wollte. Ein anderer Professor hat mir sogar mal in Eigeninitiative ein Empfehlungsschreiben geschrieben, weil er wusste, dass ich gerade in der Bewerbungsphase bin.

Wie hat dich die Universität auf das Berufsleben vorbereitet und welche Studieninhalte kannst du jetzt im Beruf anwenden?
In einem meiner ersten Germanistik-Seminare habe ich das Modell von „Gewaltfreier Kommunikation“ (GFK) nach Rosenberg kennengelernt. Dieses Thema taucht nun fast täglich in meinem Berufsalltag auf. Aktuell arbeite ich zum Beispiel wieder an der Entwicklung eines GFK-Modules, um Bürgermeister und Journalisten zu schulen. Und die Philosophie? Die hat meine herkömmlichen Denkmuster auf den Kopf gestellt: Zu akzeptieren, dass es nicht auf alle Fragen eine Antwort gibt, aber man nie genug Fragen stellen kann! Als Friedensfachkraft in Burkina Faso ist das unter anderem auch meine Aufgabe. Anstatt fertige Blueprints vorzulegen, versuche ich durch ungewöhnliche Fragen neue Ansätze anzuregen. Analytisches Denken und das Aufbauen von Argumenten hilft mir heute zudem enorm beim Schreiben von Konfliktanalysen oder Berichten.

Hast du einen besonderen Tipp zum Berufseinstieg für unsere zukünftigen Absolventen?
Mein Studium war ein pures „Luststudium“, sage ich immer. Ich habe zwei Fächer ausgewählt, für die ich absolut brenne – ohne ganz genau zu wissen, in welche Richtung das führt. Das hatte letztlich aber den Vorteil, dass ich in Vorstellungsgesprächen und Auswahlverfahren stets mit extrem hoher Begeisterung und Leidenschaft überzeugen konnte, anstatt auswendig gelernte Studieninhalte zwanghaft in die Gespräche einzubauen. 

Ganz kurz zum Schluss: Was vermisst du aus deiner Studienzeit (in Erfurt) am meisten?
Die schlaflosen Nächte mit meiner damaligen Kommilitonin Sandra, in denen wir das Layout für das Studentenmagazin campus:echo entworfen haben und Macklemore in der Dauerschleife lief. Die öffentlichen Veranstaltungen auf dem Campus (z.B. das jährliche Sommerfest). Die Spontankonzerte von Clueso. Das freundliche Mensa-Personal. Die Fahrradfahrten zur Krämerbrücke, um den leckersten Kakao zu trinken. Die herzliche und unbürokratische Unterstützung der ganzen Uni (z.B. von Studium & Lehre, dem Internationalen Büro oder den Sekretärinnen) Die Grillabende im Park. Die Kurzgeschichten-Wettbewerbe in der Engelsburg ...und so vieles mehr.

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