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Mittwoch, 28 September 2016 13:49

Mitdenker, Ratgeber und Impulsgeber: Der Gründerservice der Universität Erfurt

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Wer an Existenzgründungen aus der Hochschule heraus denkt, der denkt an Ingenieure, Wirtschaftswissenschaftler, Juristen und eben Menschen, die höchst praktische, künstlerische oder beratende Tätigkeiten ausüben. Erst auf den zweiten Blick kommen auch geisteswissenschaftliche Universitäten wie die Uni Erfurt ins Spiel. „Dabei gibt es hier eine Menge Gründungspotenzial – besonders im Bereich Social Entrepreneurship, also gemeinnütziger, sozialer Unternehmungen“, weiß Elias Roßner. Der 26-jährige Wahl-Erfurter ist seit April 2016 an der Universität Erfurt im Gründerservice tätig – eine Aufgabe, die ihn vor vielfältige Herausforderungen stellt, ihm aber vor allem eine Menge Spaß macht.

„Für mich ist es immer wieder spannend, zu sehen, mit welch tollen Ideen sich unsere Studierenden beschäftigen und mit welcher Energie sie an die Arbeit gehen. Und wenn am Ende aus der Idee eine Unternehmung wird und ich dazu beitragen konnte, dann ist das für mich ein wunderbares Gefühl.“ Die Aufgaben des Gründerservice sind dabei sehr vielfältig – angefangen bei der Sensibilisierung für das Thema Gründung überhaupt, über die Unterstützung beim Einwerben von Existenzgründungsstipendien bis hin zur Beratung über Finanzierungsmöglichkeiten und Vernetzungsstrategien. „Manchmal reichen ein Telefonat oder ein bis zwei Gespräche, und manche, die mich in der Beratung aufsuchen, benötigen über Wochen und Monate Begleitung auf ihrem Weg in die Existenzgründung“, sagt Roßner, der natürlich auch eigene Erfahrungen im Bereich Gründung gesammelt hat – als Praktikant und Freiwilliger in der Startup-Phase einer internationalen Menschenrechtsorganisation in Berlin, als Vorstandsreferent eines Vereins der Diakonie in Erfurt, aber auch aus vielen Gesprächen mit Gründungswilligen und Gründungsberatern. Sein Bachelor in Business Administration und sein Master of Public Policy an der Willy Brandt School der Universität Erfurt liefern zudem die theoretischen Grundlagen für seine Arbeit.

Seit seinem „Dienstantritt“ im April hat sich Einiges getan: „Zunächst war Sensibilisierung ein großes Thema“, erinnert sich Elias Roßner. „Den Leuten erst einmal klar zu machen, dass auch für Geisteswissenschaftler die Existenzgründung ein Karriereweg sein kann. Viele haben das überhaupt nicht im Blick. Heute berät der Gründerservice Studierende, Alumni, aber auch Doktoranden und Post-Docs, vermittelt Kontakte oder öffnet die Türen zur Nutzung des Gründerlabors (www.uni-erfurt.de/stabsstelle-forschung/gruenderservice/erfurter-gruenderlabor), das die Uni Erfurt zusammen mit der Fachhochschule Erfurt im Frühjahr in der Altonaer Straße eröffnet hat.“ Das Labor stellt Räume und Infrastruktur für Gründungswillige zur Verfügung, die einen Ort brauchen, um sich zu treffen und auszutauschen. Aber auch das Seminar „Social Entrepreneurship“, das regelmäßig im Studium Fundamentale an der Uni Erfurt angeboten wird, hat einiges dazu beigetragen, dass sich die Studierenden heute stärker mit dem Thema Existenzgründung beschäftigen. Ihre Ideen sind dabei unglaublich vielfältig – gerade im gemeinnützigen Bereich. „Und zum Teil sogar preisgekrönt“, weiß Elias Roßner zu berichten. So landeten mehrere Studierendenteams beim diesjährigen Thüringer Gründungsideenwettbewerb vom Thüringer Zentrum für Existenzgründung und Unternehmertum (ThEx) sowie der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen mit ihren innovativen Geschäfts- und Projektideen unter den zehn Bestplatzierten. In der Kategorie „Sonderpreis Social Entrepreneurship“ ging der erste Preis an vier Studierende der Willy Brandt School, die für ihre Projektidee „Amigo“ ausgezeichnet wurden. Sie überzeugten die Jury mit einer App, die Geflüchteten bessere Möglichkeiten der sozio-kulturellen Vernetzung in Erfurt bieten und allgemeine Informationen in mehreren Sprachen verfügbar machen soll. Den zweiten Preis in der Kategorie „Allgemeine Geschäftsideen“ erhielt das Projekt „Clarify“, das ebenfalls mit einer App gezielt Informationen an die Generation „Z“ zu sexueller und gesellschaftlicher Aufklärung aufbereiten will.

Die Unterstützung durch den Gründerservice an der Universität Erfurt ist übrigens kostenlos und kann von allen Angehörigen der Hochschule in Anspruch genommen werden. „Wir profitieren bei unserer Arbeit auch von der guten Vernetzung mit der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (STIFT), dem Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft (TMWWDG), aber auch mit dem Hochschulgründernetzwerk Thüringen, in dem wir uns regelmäßig austauschen“, erklärt Elias Roßner, der immer im engen Kontakt mit Prof. Dr. Heike Grimm steht. Sie hat an der Willy Brandt School of Public Policy der Universität Erfurt die Professur für Public Policy and Entrepreneurship inne und weiß, dass die Vermittlung unternehmerischen Denkens heute ein wichtiger Baustein in der Ausbildung – auch der akademischen – ist: „Unternehmerisches Denken und Handeln ist nicht nur für wirtschaftlich selbstständige Personen, sondern auch für Studierende und zukünftige Arbeitnehmer unerlässlich. Denn unternehmerisches und selbstständiges Denken und Handeln haben in einer Wissens-, Innovations- und Kreativgesellschaft große Bedeutung für eine umfassende persönliche und gesellschaftliche Entwicklung. Mit dem Gründerservice befördern wir zum einen diese Handlungskompetenz, zum anderen unterstützen wir konkrete Projekte. Dabei wird die Beratung für ein EXIST-Gründerstipendium in Zukunft eine zunehmend wichtige Rolle spielen.“

Wenn man Elias Roßner nach der größten Herausforderung in seinem Job fragt, muss er nicht lange überlegen: „Der Gründerservice stellt einen hohen Anspruch an sich selbst. Einerseits möchten wir Gründungswilligen, die zu uns kommen, keine falschen Hoffnungen machen, wenn ihre Idee noch nicht ausgereift ist. Andererseits möchten wir natürlich auch möglichst viele dazu ermutigen, ihren Traum zu verwirklichen und den Weg in die Existenzgründung zu gehen, wenn Idee und Konzept stimmen. Manchmal ist das ein Spagat, aber unser Ziel ist es, alles zu tun, damit aus guten Ideen am Ende erfolgreiche Unternehmungen werden.“

Weitere Informationen / Kontakt:
Elias Roßner, M.P.P.
Willy Brandt School of Public Policy (Haus 39) / Raum 0007
Tel.: +49 361 737-4643
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