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Die heutige Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar zählte zu ihrem Bestand einmal ein Werk des für seine pornografischen Texte berüchtigten französischen Autors Marquis de Sade. In den alten Ausleihbüchern sind genau zwei Personen verzeichnet, die dieses Buch ausgeliehen haben. Der zweite von ihnen war Johann Wolfgang von Goethe. Mit ihm schließt die kurze Ausleihliste, denn seitdem ist das Buch verschollen. Nun kann spekuliert werden, was damit geschehen ist: Hat Goethe es schlicht behalten, weil er es einfach zu ansprechend fand? Hat er es vernichtet, weil er es zu anstößig fand? Oder ein Bibliothekar? Erfahren werden wir das heute wahrscheinlich kaum mehr. Aber das Verschwinden dieses "heißen" Werkes kann stellvertretend für den Umgang mit erotischer und pornografischer Literatur im Deutschland des 18. und 19. Jahrhunderts stehen, als Bücher und Schriften dieser Art beschlagnahmt, vernichtet und weggeschlossen, ihre Autoren und Verleger festgenommen und denunziert wurden. Dennoch wurden auch hierzulande im 18. Jahrhundert etwa 300 Werke – anonym oder pseudonym – verfasst, veröffentlicht, geschmuggelt und im Verborgenen gelesen. Genau mit diesem Teil sogenannter klandestiner, also heimlicher Literatur beschäftigt sich nun die Tagung "Deutsche Pornografie in der Aufklärung", die vom 21. bis 23. Oktober im Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt stattfindet – und eine Lücke in der Forschung ausfüllen möchte.

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„Die Niederländer sind feige und hauen immer vor den Franzosen ab.“ So steht es sinngemäß in den Tagebüchern des Gothaer Leutnants Friedrich A. Rauch, einem Berufssoldaten, der Mitte des 18. Jahrhunderts in der Armee des Herzogtums Sachsen-Gotha-Altenburg diente und vor allem durch seine Teilnahme am kleinen Wasunger Krieg bekannt wurde. Seine Aufzeichnungen sind wie die anderer Soldaten und Zeitgenossen ein wichtiges historisches Mittel für die Rekonstruktion militärischer Wissenskulturen und ein Zeugnis davon, wie Wissen allgemein im 17. und 18. Jahrhundert zirkulierte. Wer brachte wohin welches Wissen mit, woher stammte dieses Wissen, welches Wissen kam hinzu und wie wurde dies wiederum verbreitet? Mit solchen Fragen beschäftigt sich Michael Schwarz derzeit intensiv. Der Historiker promoviert im Rahmen des Promotions- und Postdoktorandenprogramms „Wissensgeschichte der Neuzeit“ der Universität Erfurt zu militärischen Wissenskulturen am Beispiel des Herzogtums Sachsen-Gotha-Altenburg.

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Zachary Purvis sitzt entspannt im Aufenthaltsraum des Forschungszentrums Gotha der Universität Erfurt. Es ist sein letzter Tag in der Residenzstadt. Der Herzog-Ernst-Stipendiat hat drei Wochen hier verbracht, um in der Forschungsbibliothek Gotha für sein PostDoc-Projekt über das Corpus Reformatorum zu recherchieren. Schon morgen wird er  die Heimreise ins schottische Edinburgh antreten, wo er zurzeit an der School of Divinity der Universität forscht. Im Gepäck hat er dann eine Menge Aufzeichnungen, Scans und Kopien der Gothaer Bestände, die für seine Auseinandersetzung mit der Schriftensammlung von Reformationstexten aus dem 19. Jahrhundert essentiell sein werden. Ein Gespräch über Mathematik, die Luther-Dekade und den Beitrag, den er dazu leisten möchte [...]

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"Wenn Hiob Ludolf heute leben würde, wäre er mit Sicherheit Globalhistoriker", sagt Martin Mulsow, Direktor des Forschungszentrums Gotha der Universität Erfurt, über den Hofbeamten von Herzog Ernst I. und Begründer der Äthiopistik. "Ich könnte mir gut vorstellen, dass er dann einen Lehrstuhl für eine bestimmte Weltregion in Afrika an der Universität Erfurt innehätte. Er würde in entlegene Winkel der Welt reisen und vor Ort Völker, Sprachen und Länder erkunden, nach dem Unbekannten suchen, um auch dies noch zu erforschen. Und er würde alle möglichen sozialen und medialen Kanäle nutzen, um mit den Menschen, die er trifft, in Kontakt zu bleiben." Was heute so alltäglich klingt, blieb Ludolf im 17. Jahrhunderts in dieser Form natürlich verwehrt. Er musste sich also einen anderen Weg suchen, um seinem unermesslichen Forschungsdrang nachzugehen. Dabei war es ein glücklicher Zufall, dass er in Rom eines Tages den äthiopischen Theologen Abba Gorgoryos traf und dieser auf Einladung des Gothaer Hofes eine beschwerliche Reise zu Fuß über die Alpen bis nach Thüringen auf sich nahm. Viel Hab und Gut konnte er dabei nicht mitbringen, dafür aber einen ganz anderen Schatz, auf den es Herzog Ernst der Fromme und Hiob Ludolf abgesehen hatten: sein ganzes Wissen über das Land Äthiopien, seine Kultur, seine Religion, seine Sprache. Vor allem Ludolfs Leben und Wirken wurde von der Begegnung mit dem Theologen beeinflusst, machte sie ihn doch zu einer "Koryphäe der Äthiopienforschung", wie Martin Mulsow ihn nennt. Ein guter Grund, Ludolf und seinen Schüler Johann Michael Wansleben nun zum Gegenstand der internationalen Tagung Ludolf und Wansleben. Orientalistik, Politik und Geschichte zwischen Gotha und Afrika 1650–1700 zu machen. [...]

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Der Titel des Seminars ist nicht nur bei den Inhalten Programm: Nur fünf Kommilitonen bilden das kleine Kollegium in Prof. Dr. Martin Mulsows Gemmen-Seminar "Die Wichtigkeit der kleinen Dinge". Alle zwei Wochen trifft sich der Direktor des Forschungszentrums Gotha der Universität Erfurt mit einigen Studierenden des Master-Studienganges Sammlungsbezogene Wissens- und Kulturgeschichte (SWK), um in diesem familiären Kreis über Gemmen und andere Miniaturen der Antike und Frühen Neuzeit zu sprechen. Ein Seminar zum Anfassen, denn hier bleibt es nicht bei einer theoretischen Auseinandersetzung mit diesen kleinen gravierten Schmucksteinen. Durch die Nähe des Studienganges zu den Sammlungen der Stiftung Schloss Friedenstein und denen der Forschungsbibliothek Gotha können die Studierenden auch echte Gemmen in die Hand nehmen und in alten Gemmen-Büchern blättern. Einblicke in einen Tag als SWK-Student …

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Gefälschte Papiere, verschleierte Identitäten, Geheimsprache und dunkle Verstecke. Im Untergrund leben und agieren Menschen im Verborgenen fernab der etablierten Gesellschaft. Einer von ihnen war der Heidelberger Prediger und Dreifaltigkeitskritiker Adam Neuser, der im 16. Jahrhundert wegen eines den Islam preisenden Briefes auf der Flucht war und sich so einiges einfallen lassen musste, um unerkannt in das Osmanische Reich zu gelangen. Seine und viele andere spannende Geschichten stellt Prof. Dr. Martin Mulsow nun in seiner neuen Publikation "Kriminelle – Freidenker – Alchemisten. Räume des Untergrunds in der Frühen Neuzeit" vor. Wir haben mit dem Untergrundforscher gesprochen…

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Schreiben, zeichnen, kritzeln – dieses Blankoheft macht einfach alles mit und begleitet euch überall hin.

 

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"Durch den Kopf und durch das Herz"

Wer zwischen den historischen Sammlungen in Gotha und Erfurt pendelt, braucht viel Proviant. Gut verstaut und transportiert wird dieser in unserem "Gotha"-Beutel mit einem Zitat des Naturforschers und Reiseschriftstellers Georg Forster.


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Der Gothaer Nachlass von Bruno Hassenstein ist ein wahrer Schatz für jeden Wissenschaftshistoriker und Kartografie-Forscher. Das stellte auch "Kartografie-Frischling" Alrun Schmidtke schnell fest und wollte mehr über jenen erfolgreichen Perthes-Verlagskartografen mit der etwas verschrobenen Persönlichkeit erfahren. Im Rahmen eines Herzog-Ernst-Stipendiums beschäftigt sich die 27-jährige Wissenschaftshistorikerin im Gothaer Forschungszentrum der Universität Erfurt derzeit genauer mit Hassenstein – und hat in seinem Nachlass womöglich auch gleich den passenden Forschungsansatz für ihre bevorstehende Doktorarbeit gefunden. Ein Treffen im Geografie-Zimmer des renommierten Forschungszentrums.

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